Muster mix


Es konnte einem schon mal schwindelig werden, saß man bei einer der Frühlings- oder Sommer-Modeschauen von Mailand bis Paris: Streifen, Punkte, Karos – da wurde wild gemixt und schräg kombiniert. Was bei Louis Vuitton und Dolce & Gabbana Trend ist, taugt vielleicht nicht immer im Alltag. Modeexperten raten bunte Farben und schräge Muster dann mit klaren und einfachen Schnitten zu kombinieren.

Die Liebe zu Mustern ist in der Welt der Mode nichts Neues sondern ein treuer Dauerbegleiter einiger Designer und Marken.

Der vor kurzem verstorbene Ottavio Missoni sorgte schon in den 60-er Jahren mit seinem Zick-Zack Mustern für Furore und bis heute sind die Missoni-Streifen beliebt bei den Fashionistas. Das französische enfant terrible der Mode, Jean Paul Gaultier, ist vernarrt in dunkelblauen Matrosen Streifen – sogar in seinen Haute Couture Kollektionen tauchen sie immer wieder auf. Bunte Blockstreifen sind bei Sonia Rykiel ein Dauerbrenner, selbst in ihrer Kollektion für den schwedischen Modegiganten H&M von 2009 durften diese nicht fehlen.

Eine wahre Hommage an die Welt der Punkte und Streifen jedoch setze Marc Jacobs vergangenes Jahr: Der Kreativchef des  alten Pariser Modehauses Louis Vuitton arbeitete zusammen mit Yayoi Kusama. Die japanische Künstlerin wurde bekannt unter dem Spitznamen „Polka Dot Princess“, Prinzessin der Punkte. Marc Jacobs setzte ihr mit der „Infinitely Kusama“ Kollektion ein Denkmal. Kleider, Taschen, Schuhe und sogar Sonnenbrillen sind wild getupft und voller Punkte.


Aber: machen Streifen nicht eigentlich optisch dick? Angeblich wird ja das Volumen des Körpers durch die Querstreifen optisch in die Breite gezogen. Streifen der Länge nach machen somit optisch schlanker.

„Nicht unbedingt“, verrät Raffaela Löbl, Stylingexpertin und Gründerin der Agentur Erelle Production Collective, „natürlich sind Streifen und bunte Farben auffälliger und man würde meinen, sie betonen bestimmte Stellen, doch am wichtigsten ist der Schnitt der Kleidung. Viele Frauen machen beim Einkaufen den Fehler auf die falschen Schnitte und Materialien zu setzen“ , meint Löbl.


Auch die Männer können bei dem modischen Ringespiel mitmachen. „Die Herren tragen gestreifte, gepunktete oder bunte Socken, die unter der Hose herausblitzen. Für die ganz Trendbewussten lässt sich dies auch noch mit einem gemusterten Hemd, T-Shirt oder Stecktuch am Anzug kombinieren.“ , so Raffaela Löbl.


Muster und Streifen sind ein ewiger Dauerbrenner und nichts ist mehr angesagt und im Trend für diesen Sommer. Und: man kann sich ja langsam an diesen Trend heranwagen - mit Schuhen, Taschen, Haarreifen oder einer Sonnenbrille. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und schon Miuccia Prada sagte einmal: „Es ist Zeit etwas zu wagen“.

Grenzgänger der Saison


Mit dem perfekten Mantel verhält es sich fast so wie mit dem berüchtigtem „kleinem Schwarzen “, Frau ist fortwährend auf der Suche danach - schließlich begleitet uns so ein Mantel mehrere Jahre, oder sogar ein ganzes Leben. Normalerweise ist das Finden eines solch treuen Begleiters eine Qual. Diesen Herbst stellt uns die Modewelt eher vor die Qual der Wahl:


Der Mantel steht im Mittelpunkt. Doch aufgepasst, denn die schlichten zurückhaltenden Zeiten sind vorbei. Die Designer machen den Mantel dieses Jahr zum Grenzgänger der Mode. Egal ob Pastell, verrückte Pelze, Punk oder Menswear für Frauen es ist garantiert für jeden etwas dabei.


Natürlich sind bei solch auffälligen Modellen einige Kombinationsregeln zu beachten, damit man sich nicht verkleidet vorkommt und in seiner eigenen Haut wohlfühlt.

Die Grundregel ist dabei eine altbewehrte: je spezieller der Mantel, umso schlichter sollte sich der Rest des Erscheinungsbildes verhalten. Besonders bei den üppigen Pelzmänteln ist diese Regel das A. und O. Frau sollte auch nicht aus Angst voluminös zu wirken vor diesen Modellen zurückschrecken, denn nicht nur die Models vom Laufsteg machen in den verrückten Pelzen eine gute Figur. Für das Outfit unter dem Mantel bringen körperbetonte minimalistische Schnitte Ruhe und die gewünschte Silhouette. Wer mag, kann auch noch einen breiten Gürtel auf den Mantel tragen um die Taille zusätzlich zu betonen.


Mäntel in Pastellfarben lassen sich besonders schön mit anderen hellen und weichen Farben kombinieren. Zu rosa entzückt Kamel, oder Türkis. Grau geht diesen Herbst eine Liaison mit Weiß ein. Bei dem herrschendem Pastelltrend ist auch das altbekannte Spiel mit den Materialen ein großes Thema: Wolle kombiniert mit Satin, oder anderen edlen Stoffen lassen die Modeherzen noch einen Tick höher schlagen. Je verspielter die Farbkombinationen desto puristischer sollten sich die Schnitte und Formen halten. Auch schleichen sich die verrückten Pelze in die Patellreihen ein, und so kann man gleich zwei Trends mit einer Klappe schlagen.


Sportlichere und lässigere Modelle lassen sich in der Riege der Punkmäntel finden. Hier wird oft auf die Kombination mit Leder und dunklen Tarnfarben gesetzt. Punkige Akzente lassen sich des Weiteren mit den richtigen Accessoires  setzten. Das klassische Punk Karomuster in rot, weiß und schwarz blitz im Innenfutter, auf Schuhen, oder auf Schaals und Tüchern hervor. In Acht muss man sich, bei diesem Trend nur vor einem „Punkalloverlook“ nehmen, denn der schreit förmlich nach Mottoparty. Die gewünschte Ruhe in den Look bringt ein zurückhaltendes Make-up und ein sehr gepflegtes Gesamtbild, somit kann jede Frau egal welcher Altersgruppe zugehörig den Punk in sich aufleben lassen.


Zum Verlieben schön sind auch die Menswear für Frauen Modelle, die ihre Inspiration, wie der Name schon vermuten lässt  in den klassischen Herrenschritten gefunden haben. Zeitlose Trenchcoats  und üppige Schnitte stehen dabei im Mittelpunkt. Oftmals kommen diese Modelle auch in auffälligen Farben daher um noch für einen zusätzlichen Blickfang zu garantieren. Kombinieren kann man diese Mäntel nach Lust und Laune:  mit edlen Kleidern und Röcken lässt sich das Spiel der Geschlechterrollen noch steigern. Dem Gesamtlook treu bleibt man mit weiten Hosenanzügen und klaren Schnitten und wandert somit auf den Spuren einer Marlene Dietrich, oder Katharine Hepburn.


Zugegeben etwas Mut muss man für die neuen Mäntel der Saison schon aufbringen, doch das überschreiten seiner eigenen Grenzen lohnt sich bekannter weise und die Chancen haben noch nie so gut gestanden einen neuen und treuen Begleiter für die Ewigkeit zu finden. Und somit bleibt nur die Qual der Wahl …


Schönheit mit den Augen der Kunst


Wie entstehen Schönheitsideale und wer entscheidet darüber? Künstler und ihre Protagonisten spielen dabei schon immer eine tragende Rolle.


Egal ob Allegorien, Musen oder als Gottesmutter selbst – in keinem anderem Genre werden so häufig Frauen dargestellt wie in der Kunst. Doch nicht nur Schönheitsideale, sondern auch Strömungen im künstlerischen Schaffen haben sich geändert.

Moderne Kunst will nicht schön sein, sie will schockieren und aufrütteln – man schafft nicht mehr um der Schönheit willen. „Der Zeitpunkt dieser Wende beginnt schon nach der Renaissance. Auffallend bei früheren Künstlern ist, dass sich ihre Frauentypen extrem ähneln“, erklärt Dr. Raphael Rosenberg, Vorstand des Instituts für Kunstgeschichte der Universität Wien.


Alte oder „unschöne“ Frauen wurden meist nur als Darstellung von negativen Allegorien porträtiert. „Lucian Freud ist ein großartiger Kontrast zu Botticelli. Freud stellt die Realität dar und nicht eine verschönerte Version“, so Rosenberg.


Schönheit bedeutet für jeden Künstler etwas Anderes: „Vermeer war fasziniert vom Licht. Picasso war verliebt in seine vielfältige Darstellung von Formen.“


Viele moderne Künstler beschäftigen sich mit der Kritik an dem Schönheitswahn und versuchen, von Idealen zu befreien. 

Fakt ist: Das Thematisieren der Schönheit wird uns und die Kunst immer inspirieren.

Ewige Hochschaubahn in der Beziehung


Selten verläuft eine Beziehung konstant. Doch wann hat man den Zeitpunkt erreicht, ab dem das ewige Auf und Ab zu viel ist?


Der Anfang einer Beziehung ist oft eine Hochschaubahn der Gefühle, die von extrem emotionalen Gefühlen geprägt ist. Im Laufe der  Zeit entwickelt sich in der Regel eine tiefe Vertrautheit. Pendelt sich das ständige Auf und Ab aber nicht ein, ist dies keine gute Basis für eine stabile Partnerschaft. Juristin, Ehe- Lebens und Familienberaterin Mag. Annemarie Hirzer vom Netzwerk Familienkompetenz in Leibnitz dazu: „Es stellt sich die Frage, ob in der ersten Zeit womöglich zu viele Kompromisse eingegangen worden sind.“ Schwierig wird es vor allem dann, wenn die eigenen Erwartungen an eine Beziehung und die des Partners nicht mehr übereinstimmen. Dann wird die Beziehung auf Dauer nicht funktionieren. 


Einer der größten Fehler ist es, die Verantwortung für seine eigene Unzufriedenheit dem Partner in die Schuhe zu schieben. Man kann nicht erwarten, dass der andere weiß, was in einem vorgeht. Dabei stellt sich die Frage, wie gut einem die eigenen Bedürfnisse bekannt bzw. bewusst sind. „Wenn man sich selbst gut kennt, merkt man sehr schnell und intuitiv, ob eine Beziehung nur mehr ein Energieräuber und nicht mehr akzeptabel ist.“, erklärt Hirzer. Diese Gefühle werden aber oftmals übergangen und ignoriert. Falls das Vertrauen in einen Selbst fehlt, fallen große Entscheidungen schwer, so auch das Beenden einer Beziehung. Die meisten Menschen neigen dazu, lieber eine schlechte Beziehung zu haben als gar keine. Man kann sich nicht vorstellen, dass das Neue vielleicht besser wird, als das was man gewohnt ist.


Helfen kann der Schritt zu einer Beratung oder Therapie. Hirzer erklärt: „In einer Beratung wird niemand in eine bestimmte Richtung gedrängt. Ziel der Beratung ist es, dass die Klienten in ihrem eigenen Tempo zur Selbstreflektion angeregt werden.“ Helfen kann es, Fragen zu stellen wie: Wovor habe ich Angst, und was macht mich unsicher? Wann fühle ich mich alleine? Brauche ich eine Beziehung, um nicht einsam zu sein? Des Weiteren empfehlen Experten das Familien- und Freundesnetzwerk zu stärken – dies kann die Angst vor dem Alleinsein nehmen und es fällt leichter, eine Partnerschaft zu beenden.


Die Familienberatungsstellen in Österreich helfen, wenn man alleine mit Beziehungsfrust nicht mehr klar kommt.


Wie viele Kompromisse sind in einer Beziehung gesund?


Was ist der Grundstein für eine funktionierende Partnerschaft? Was kann man tun, wenn man an einem Punkt angelangt ist, bei dem man alleine nicht mehr weiterkommt und sich selbst vor lauter Kompromissen nicht mehr wiederkennt?


Hermann Horngacher von der Ehe- und Familienberatungsstelle Klartext in Kufstein und Schwaz ist sicher, dass nur zwei Menschen, die sich selbst lieben und mit sich selbst im Reinen sind, bereit und auch dazu fähig sind, eine reife Beziehung auf der Erwachsenen-Ebene zu führen. Spätestens nach der Phase der Verliebtheit ist es dabei wichtig, die rosarote Brille abzunehmen und zu versuchen, ein realistisches und klares Bild von den eigenen Erwartungen und denen des Partners zu bekommen – so kann laut Horngacher ein guter Start in ein gemeinsames Leben beginnen.  Auf sein eigenes Inneres zu hören, ohne den Bezug zum anderen aus den Augen zu verlieren, ist dabei der Kern der Sache.

 

Wenn man weiß, was einem selbst wichtig ist und gut tut, kann man im Verlauf der Beziehung auch besser einschätzen, welche Kompromisse man eingehen kann, ohne sich selbst untreu zu werden. Dazu Horngacher: „Kompromisse aber müssen ´offen´ und dürfen nicht ´faul´ sein.  Sie klar zu formulieren ist das A. und O. Denn sonst ist dem einen Partner das Opfer des anderen gar nicht bewusst.“ 


Hat man jahrelang geschluckt und wenig über persönliche Bedürfnisse reflektiert und gesprochen, kann es zum weit verbreiteten, aber völlig nutzlosen Vorwurfs-Pingpong kommen. Experten raten in diesem Fall, sich Hilfe von einem außenstehenden Dritten zu holen. Alleine kommt man trotz guten Willens in der Regel nicht heraus. Horngacher dazu: „Eine neutrale Position ist extrem wichtig, um sich nicht in gegenseitigen Schuldzuweisungen zu verlieren.“

 

Falls ein Partner nicht bereit ist, sich Hilfe von außen zu holen, sollte man alleine einen Anfang machen. Dabei dürfe man nicht vergessen, eine ernsthafte Einladung an den anderen auszusprechen, aber den Partner keinesfalls dazu zwingen. Wenn man allerdings alleine eine Eheberatung in Anspruch nimmt, kann es passieren, dass man seinen Partner ´überholt´. „Wenn man spürt, dass dies Realität zu werden beginnt, sollte man die Karten offen auf den Tisch legen. Dadurch kann zwar ein enormer Druck entstehen, aber der kann auch zum Erwachen und Einlenken des Partners beitragen“, so Horngacher. Und weiter: „Wenn Paare sich gemeinsam für eine tiefer gehende Beratung entscheiden, gehen sie meist gestärkt und in neuer Verbundenheit daraus hervor. Oder – wenn es schon zu spät war – finden sie im eigenen und vor allem im Interesse der Kinder wenigstens einen friedlichen Weg auseinander“.


Die Information, an welche Beratungsstellen Sie sich zum Thema Paartherapie wenden können, entnehmen Sie bitte unserer Website.

Erziehung in der neuen Multimedial-Welt


Smartphones, Tablets, Computer und neue Spielekonsolen überfluten den Markt. Damit sind wir und unsere Kinder auch immer mehr einer ständigen Reizüberflutung und Dauerkommunikation ausgesetzt. Welche Risiken/Gefahren gehen wirklich von den neuen technischen Errungenschaften aus und wie soll man als Elternteil damit umgehen?


Diese und weitere Fragen beantwortet uns Dr.in Michaela Puhr, von der Familienberatung des Amtes der burgenländischen Langesregierung. „Ein erster Schritt ist, diese neuen Kommunikationsmöglichkeiten nicht zu verteufeln, sie gehören mittlerweile zu unserem Alltag. Besser ist es, das Gespräch mit dem Kind zu suchen und es zu informieren beziehungsweise über bestehende Risiken aufzuklären“.


Eine der am häufigsten gestellten Fragen seitens Eltern ist definitiv die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für den Einstieg in die mobile Kommunikationswelt.


„Einen genauen Zeitpunkt für die Anschaffung eines Handys kann man dabei nicht verallgemeinern. Eine Richtlinie wäre zum Beispiel der Übergang von der Volkschule in die nächste Bildungsstufe. Grundsätzlich signalisieren Kinder aber selbst, wann sie bereit für ein Handy sind. Auch hier gilt wieder die goldene Regel: Nicht im Vorhinein ablehnen, sondern besser genau nachfragen und darüber reden. Aus Fragen wie: „Warum möchtest du so etwas haben und wozu genau brauchst du dieses Gerät?“, kann man sehr gut herausfiltern, was die wirklichen Gründe und Motivationen für den Wunsch des Kindes sind.“


„Wenn man sich gemeinsam für die Anschaffung eines Gerätes entschließt, sollte man mit dem Kind zusammen einen finanziellen Plan aufstellen und dabei Grenzen setzen. Dabei könnte es sich um einen bestimmten Tarif handeln, oder bei der Aufteilung der Kosten“, empfiehlt Dr.in Michaela Puhr.


Um einen genaueren Überblick der Aktivitäten des Kindes im World Wide Web zu bekommen ist es besser, auf einer interessierten und freundschaftlichen Basis zu handeln, als zu kontrollieren. Man kann den Nachwuchs dabei als “Experte“ beziehungsweise “Lehrer“ agieren lassen. 


Auch der richtige Zeitraum für die Nutzung der neuen Medien ist variabel. „Mehr als 1-2 Stunden sind aber allgemein nicht zu empfehlen, besonders sollten Eltern darauf achten, dass Kinder eher in den Nachmittagsstunden „online“ sind, als bis spät in die Nacht hinein, da das nächtliche Surfen oder Computerspielen zu Übermüdung und Konzentrationsproblemen in der Schule führen kann. Auf solche Symptome sollten Eltern aber eher mit Kompromissen als Verboten reagieren.“, rät Dr.in Michaela Puhr.


Laut unserer Expertin gehört zu den häufigsten Ängsten die soziale Verarmung. Dieser sollte man mit aktiven Taten entgegenwirken. Am besten motivieren kann man seine Kinder zum Beispiel mit Unternehmungen mit den Freunden, ein Kinobesuch oder ein Ausflug.

 

„Grundsätzlich ist nichts gegen die neuen Medien und Errungenschaften der Technik einzuwenden, wir und unsere Kinder müssen nur erst lernen, mit diesen vernünftig umzugehen.“, resümiert Dr.in Michaela Puhr.

Alltag in einer multikulturellen Welt


Migration und Integration ist ein nie enden wollendes Thema in der Politik. Doch wie geht man damit im ganz normalen Alltag um? Wie kann man selbst dazu beitragen, dass Integration funktioniert? Gabriele Sommer von der Caritas Wien hilft, Klarheit zu schaffen.


„Am besten kann man Kontakt mit Leuten mit Migrationshintergrund über Gemeinsamkeiten und Interessen aufbauen. Es kann sich dabei um den gleichen Arbeitsplatz oder Kinder, die in die gleiche Klasse gehen, handeln.“, so Sommer. Des Weiteren hilft eine sensible Annäherung. Man kann sozusagen seine „Fühler“ ausstrecken und wird schnell merken, ob Kontakt erwünscht ist oder nicht. Auf keinen Fall sollte man sich von Ablehnungen kränken lassen. Es kann etliche Gründe für eine solche geben, die alle nicht persönlicher Natur sind. Eine Kindergeburtstagseinladung kann zum Beispiel abgelehnt werden, da die Eltern kein Geld für ein Geschenk haben und nicht unfreundlich sein wollen. 


Auch haben viele Leute Angst vor einer sprachlich bedingten Blamage. „Falls man nicht auf eine dritte Sprache wie Englisch ausweichen kann, sollte man klar und nach der Schrift reden und nicht versuchen, ungeduldig zu werden. Nachfragen trägt zum Verstehen bei, Verbessern würde ich keinesfalls, außer ich wurde vorher ausdrücklich darum gebeten“, so Frau Sommer. Wenn doch einmal Ungeduld hochsteigt, sollte man einfach an den letzten Italienurlaub denken und sich daran erinnern, wie froh man war, dass einem endlich jemand den richtigen Weg zum Strand erklärt hat.

 

„Die besten Tipps zur Integration sind Offenheit und Auseinandersetzung. Sich in sein Gegenüber sozusagen hineinzuversetzen.“, meint Sommer. Man kann aber auch keinen Kontakt oder eine Freundschaft erzwingen. Allgemein ist zu erwähnen, dass viele der Bürger mit Migrationshintergrund gar nicht als solche auffallen. Dazu Sommer: „In der Regel spricht man, wenn es um das Thema Integrationsproblematik geht, von einer bestimmten Schicht mit wenig Bildungshintergrund, schlechter beruflicher Qualifikation und einer schlechten finanziellen Situation. Man sollte nicht vergessen, dass es genau diese Personen auch mit österreichischer Staatsbürgerschaft gibt und sie nicht weniger problematisch erlebt werden. Auch diese Gruppe ist schlecht integriert.“


Integration heißt nicht, eine andere Kultur und Tradition in die eigene zu verwandeln, sondern die Andersartigkeit zu akzeptieren und voneinander zu lernen. Nichts kann spannender sein, als unsere multikulturelle Welt. Falls man sich näher zu diesem Thema informieren möchte, oder Unterstützung in einer Problemsituation braucht, findet man jederzeit bei einer Beratungsstelle Antworten und Lösungswege. 

Kinder und Kinder mit Migrationshintergrund


Experten und Expertinnen sind der Meinung, dass für Kinder „Integration und Migration“ oder „Inklusion“ eigentlich keine Themen sind. Sie suchen ihre Freunde und Freundinnen nach Sympathien und vielen anderen Kriterien aus. Gibt es vermehrt Probleme mit Mobbing und Diskriminierung in Klassengemeinschaften oder Kindergartengruppen, die sich aus Kindern mit und ohne Migrationshintergrund zusammensetzen?

 

„Kinder sind diejenigen, die am wenigsten an dieser Problematik arbeiten müssen. Sie orientieren sich an der Meinung ihrer Eltern, die hier eine wichtige Vorbildfunktion erfüllen.“, erklärt Judith Hanser von der Beratungsstelle Miteinander Lernen-Birlikte Ögrenelim in Wien. Erwartet man Toleranz und Respekt von seinen Kindern im Umgang mit Anderen, muss man dies auch Selbst vorleben. Diese Regel gilt für alle Parteien. „Migration- und Integrationsprobleme in Klassengemeinschaften werden meist immer nur dann besprochen, wenn es eine akute Krise oder ein Problem gibt. Wichtig wäre es, eine angstfreie Basis zu schaffen, auf die man aufbauen kann. Man sollte nicht am Problem arbeiten sonder an einem möglichen Lösungsweg“, so Hanser. Selbst anpacken lautet dabei die Devise. Ein aktiver Elternverein kann das Miteinander der Eltern fördern, positive Erlebnisse schaffen und den Dialog untereinander fördern. Dies gilt auch für die Elterngemeinschaft eines Kindergartens. Aber auch das pädagogische Personal muss sich seiner Vorbildfunktion bewusst und entsprechend handlungsfähig sein.


Bei problematischen Situationen empfiehlt es sich, gemeinsam mit seinem Kind nachzuforschen und zu diskutieren. Differenziert zu reden ist besser als zu verbieten. Durch die differenzierte Auseinandersetzung ergeben sich automatisch Lösungsansätze. „Es gibt leider kein Handbuch, welches man bei einem solch heiklen Thema zurate ziehen könnte. Falls es aber ein dauerhaftes oder gröberes Problem gibt, sollte man alle Beteiligten (Kinder, Lehrer/Kindergärtner und Eltern) zu einem Gespräch zusammenbringen.“, rät Hanser. Besser als Konfliktverdrängung ist eine direkte Auseinandersetzung. Bei Fragen oder akuten Problemen kann man jederzeit Beratungsstellen und spezialisierte Einrichtungen um Hilfe und Lösungswege bitten. 

Unterschiedliche Lebensmodelle prallen aufeinander


In welcher Welt lebt mein Partner? (Wie gehen wir mit Unterschiedlichkeiten um?)


In der Verliebtheitsphase sind Partner bereit, füreinander ganz Ungewöhnliches zu tun. Das erzeugt oft eine ganz spezielle Erwartungshaltung, man macht sich auf der rosaroten Wolke ein Bild vom anderen, das auf Dauer nicht aufrecht bleiben kann. Später treten dann beim anderen Eigenschaften hervor, die einem bislang nicht aufgefallen sind. Partner entwickeln sich im Laufe der Jahre und verändern somit ihre Blickwinkel auf Lebensthemen. „Beziehungen bleiben auf Dauer stabiler, wenn sich die Partner von vornherein in vielen Punkten ähnlich sind. Natürlich können Unterschiede in puncto Nationalität, Alter, soziales Milieu, Lebensstil… die Beziehung sehr bereichern, doch hat man in diesen Fällen mit mehr Konflikten zu rechnen.“, so Mag. Eva Heistracher, Partner- und Familienberaterin in der Beratungsstelle der Erzdiözese Salzburg


Es kommt auch häufig vor, dass Personen noch gar nicht benennen können, was sie eigentlich wollen und ihre diffuse Unzufriedenheit auf den Partner projizieren. Dazu Heistracher: „Ich habe oft mit Menschen zu tun, die ihre Lebenswünsche erst langsam definieren lernen. Außerdem muss klar werden, dass der Partner nicht alle Bedürfnisse erfüllen kann.“

Hat man seine Vorstellungen von einem „guten Leben“ entwickelt, gilt es diese klar zu kommunizieren. Wichtig sei auch, Deals und Kompromisse zu überlegen, die für beide passen. Ganz nach dem Motto: Ich gebe Dir und Du gibst mir. Wenn sich immer nur einer durchsetzt und der andere verzichtet und schluckt, kippt die Balance. Der „Schwächere“ rächt sich möglicherweise, indem er sich dem anderen innerlich zu verweigern beginnt und es kommt zur Entfremdung.

Bei unterschiedlichen Interessen können zwar viele Dinge auch alleine durchgezogen werden, doch das „Besondere“ sollte man – immer wieder einmal – mit dem Partner teilen, um sich nicht zu verlieren. “Die schönsten Augenblicke im Leben mit anderen Menschen zu verbringen und währenddessen den Partner mit Alltagskram voll zu  jammern – das kann gefährlich werden.“

“Letztlich kommt man an Beziehungsarbeit auf Dauer nicht vorbei: in Kontakt bleiben, sich aus der Welt des anderen erzählen lassen, nachfragen, an den Themen dranbleiben- nur so bleibt man sich emotional nahe.“ ist Heistracher überzeugt. 

Wer Entfremdung in der Beziehung erlebt, kann sich gerne mit diesem Thema an eine der zahlreichen Familienberatungsstellen in Österreich wenden. 

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